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Cafés in der Maxvorstadt: Das Wohnzimmer des Uni-Viertels

  • Die Maxvorstadt zählt zu den café-dichtesten Vierteln Münchens; allein Türken- und Schellingstraße reihen Lokale dicht aneinander.
  • Klassiker sind das Kaffeehaus Café Luitpold (Brienner Straße 11, seit 1888) und das vegetarisch-vegane Café Ignaz (Georgenstraße 67, seit über 30 Jahren).
  • Dazu kommen Studierenden-Cafés wie das Café an der Uni an der Ludwigstraße und eine wachsende Specialty-Coffee-Szene; das Vorhoelzer Forum auf der TUM ist heute TUM-Angehörigen vorbehalten.

Die Maxvorstadt ist Münchens Universitäts- und Kunstviertel, und sie trinkt Kaffee wie kaum ein anderes. Zwischen Türken-, Schelling- und Brienner Straße liegt eine der dichtesten Café-Landschaften der Stadt, vom altehrwürdigen Kaffeehaus über das vegetarische Traditionscafé bis zum Studierenden-Treff. Dieser Überblick führt durch die schönsten Adressen.

Ein Viertel, das vom Kaffee lebt

In der Maxvorstadt ist die Frage nicht, ob man einen Kaffee bekommt, sondern wo. Getrieben von Zehntausenden Studierenden der LMU und der TUM, vom Publikum des Kunstareals und von einer entspannten, akademisch geprägten Atmosphäre hat sich hier eine der dichtesten Café-Landschaften Münchens entwickelt. Allein die Türken- und die Schellingstraße reihen Lokale so dicht aneinander, dass man aus ihnen einen eigenen Café-Führer machen könnte.

Diese Dichte ist kein Zufall. Wo Universitäten, Verlage, Galerien und Institute auf engem Raum liegen, braucht es Orte zum Lesen, Arbeiten, Diskutieren und Verabreden. Das Café ist in der Maxvorstadt weniger Ausflugsziel als Wohnzimmer, ein verlängerter Schreibtisch und Treffpunkt zugleich. Und weil hier viele Menschen mit flexiblen Tagesabläufen leben, Studierende, Kreative, Wissenschaftler, ist auch unter der Woche und am Vormittag Betrieb, wenn andere Viertel noch ruhen.

Im Frühsommer verlagert sich dieses Leben nach draußen. Sobald die ersten warmen Tage kommen, füllen sich die Terrassen entlang der Türken-, Schelling- und Amalienstraße, und das Viertel bekommt einen fast südländischen Zug. Was im Winter im warmen Inneren stattfindet, spielt sich dann auf dem Gehweg ab: lesen, arbeiten, beobachten, ins Gespräch kommen.

Das Kaffeehaus: Café Luitpold

Das traditionsreichste Haus liegt am Rand des Viertels, an der Brienner Straße 11 nahe dem Odeonsplatz. Das Café Luitpold wurde 1888 eröffnet und glänzte schon damals als eines der wenigen großen Kaffeehäuser Münchens. Heute ist es ein urbanes Kaffeehaus mit eigener Konditorei und Confiserie, berühmt für seine Pralinen und Torten, dazu ein lichter Palmengarten und eine großzügige Terrasse zur Brienner Straße.

Das Luitpold ist mehr als ein Café. Mit dem Salon Luitpold pflegt es ein eigenes Kulturprogramm aus Matineekonzerten, Gesprächen und Diskussionen mit Gästen aus Kunst, Kultur und Wissenschaft. Die Küche, alpenländisch mit internationalem Flair, ist seit 2015 jährlich im Guide Michelin vertreten. Wer das klassische Wiener Kaffeehaus in München sucht, findet hier seine nächste Entsprechung.

Die Geschichte des Hauses reicht weit zurück. Bei der Eröffnung 1888 verfügte das Café-Restaurant Luitpold über mehr als zwanzig Säle und Gesellschaftsräume, darunter einen Billardsaal mit sechzehn Tischen, und galt als gesellschaftlicher Mittelpunkt der Stadt. An diese Zeit erinnert heute die kleine Sammlung Café Luitpold im gleichnamigen Luitpoldblock, eines der kleinsten Museen Münchens. Der Ort verbindet damit ein Stück Stadtgeschichte mit dem Kaffee von heute. Bis heute mischen sich hier Generationen und Milieus, vom Stammgast über Geschäftsleute bis zum Kunstpublikum aus dem nahen Kunstareal.

Die Institution: Café Ignaz

Ganz anders, aber nicht weniger fest verwurzelt, ist das Café Ignaz an der Georgenstraße 67. Seit über dreißig Jahren kocht es vegetarisch und vegan, lange bevor das zum Trend wurde, und ist damit eine der ältesten Adressen dieser Art in München. Hinter der orangefarbenen Markise warten eine riesige Auswahl an Kuchen, viele davon vegan oder glutenfrei, dazu Salate, warme Gerichte und ein beliebter Brunch.

Das Besondere am Ignaz ist seine Gelassenheit. Während rundherum Cafés kommen und gehen, bleibt es sich treu, ein kleines, gemütliches Haus, in dem niemand hektisch wird. Genau diese Beständigkeit hat es zur Institution gemacht. Wer einmal an einem Samstagvormittag zum Brunch da war, versteht, warum die Tische oft schon früh besetzt sind.

Studieren, arbeiten, treffen

Den Alltag des Viertels prägen die Studierenden- und Nachbarschaftscafés. Direkt an der LMU, an der Ludwigstraße am Geschwister-Scholl-Platz, liegt das Café an der Uni, von allen nur CADU genannt. Bei gutem Wetter sitzt man an kleinen Bistrotischen mit Blick auf das studentische Treiben, bei schlechtem im überdachten, efeuberankten Innenhof; die Frühstückskarte mit ihren augenzwinkernden Namen ist Kult. Das CADU ist seit Jahren fester Teil des Uni-Alltags, ein Ort, an dem man zwischen zwei Vorlesungen ebenso landet wie zum ausgedehnten Sonntagsfrühstück.

Wenige Straßen weiter bewahrt das Café Jasmin sein Interieur aus den 1950er-Jahren, mintgrüne Samtbezüge, goldene Lüster, Fototapete, inzwischen sogar unter Denkmalschutz. Und an der Nordendstraße bringt das Café Morsomit Cappuccino und Tramezzini ein Stück italienische Leichtigkeit ins Viertel. Drei Häuser, drei Stimmungen, alle fußläufig voneinander entfernt.

Frühstück, Brunch und der lange Nachmittag

Wofür man kommt, entscheidet oft die Tageszeit. Zum Frühstück und Brunch ist das Café Ignaz mit seiner großen vegetarischen Auswahl eine sichere Bank, ebenso das Café an der Uni mit seinen üppigen, augenzwinkernd benannten Frühstücken. Wer es klassischer mag, beginnt den Tag im Luitpold zwischen Palmengarten und Konditorei.

Am Nachmittag verschiebt sich der Schwerpunkt zum Kuchen. Die Maxvorstadt pflegt eine ausgeprägte Kuchenkultur, von der hauseigenen Torte im Luitpold über die veganen Schnitten im Ignaz bis zur Trüffeltarte im Café Jasmin. Und am Abend werden viele dieser Cafés zur Bar, der Übergang ist fließend, gerade in den studentisch geprägten Häusern an der Schellingstraße. So begleitet ein und dasselbe Lokal den Tag vom Cappuccino bis zum Glas Wein. Diese Bandbreite ist typisch für das Viertel: Man muss nicht das Lokal wechseln, um vom Arbeiten ins Genießen zu kommen.

Nach dem Museum ein Kaffee

Die Café-Dichte hängt auch mit dem Kunstareal zusammen. Wer die Alte Pinakothek, die Pinakothek der Moderne oder das Museum Brandhorst besucht hat, sucht danach oft einen Ort zum Verweilen, und findet ihn in wenigen Schritten. Museum und Café gehören in der Maxvorstadt zusammen wie Vorlesung und Mensa. Ein Nachmittag im Kunstareal endet selten an der Museumstür, sondern bei einem Kaffee in einer der umliegenden Straßen.

Das macht das Viertel auch für Besucher attraktiv, die nicht hier wohnen. Für die Bewohner aber ist es mehr als ein Ausflug: Der Weg vom Museum, vom Institut oder vom Büro ins Lieblingscafé ist schlicht Teil des Alltags. Genau diese Mischung aus Kultur, Wissenschaft und Kaffeehaus gibt der Maxvorstadt ihren Ton. So wird Kultur hier nicht zum Programmpunkt, sondern zum Teil des Wohnens.

Specialty Coffee und der Blick von oben

Neben den Klassikern ist in den letzten Jahren eine lebendige Specialty-Coffee-Szene gewachsen. Entlang der Türken- und der Schellingstraße haben sich kleine Röstereien und Third-Wave-Cafés angesiedelt, die hell gerösteten Filterkaffee und Single-Origin-Espresso zelebrieren, oft in minimalistischem Ambiente und mit Laptop-Publikum. Für viele gehört der gute Espresso hier so selbstverständlich zum Tag wie die Zeitung. Wer den Unterschied einmal geschmeckt hat, bestellt seinen Kaffee selten wieder beiläufig.

Einen besonderen Ort gibt es noch, allerdings mit Einschränkung. Das Vorhoelzer Forum auf dem Dach des TUM-Hauptgebäudes an der Arcisstraße 21 ist mit seiner Dachterrasse und dem Blick über die Stadt bis zu den Alpen legendär. Seit der Wiedereröffnung 2023 steht es jedoch nur TUM-Angehörigen offen, die einige Gäste mitbringen dürfen. Ein öffentliches Café ist es damit nicht mehr, aber ein schönes Beispiel dafür, wie eng Universität und Kaffeekultur hier verflochten sind.

Kaffee gehört zur Adresse

In der Maxvorstadt ist die Café-Dichte kein Beiwerk, sondern Teil des Lebensgefühls. Wer hier wohnt, hat die Wahl zwischen Kaffeehaus und Röstereibar, zwischen Frühstück, Mittagstisch und Kuchen am Nachmittag, fast immer in Gehweite. Das prägt den Rhythmus eines Tages mehr, als man zunächst denkt, und macht aus dem morgendlichen Kaffee eine kleine, verlässliche Freude. Es sind diese kurzen, täglichen Wege, die den Unterschied zwischen einer Wohnung und einem Zuhause ausmachen.

Mitten in diesem Viertel liegt mit den MAX HÖFE an der Türkenstraße 50 eines unserer Projekte, an genau der Straße, die das Café-Herz der Maxvorstadt bildet. Wer dort wohnt, hat den Cappuccino am Morgen und den Kuchen am Nachmittag praktisch vor der Tür. Weitere zentrale Projekte, etwa der Johannisplatz in Haidhausen, liegen in ähnlich lebendigen Lagen. Es ist diese Selbstverständlichkeit des guten Alltags, die ein Viertel wohnlich macht.

Quellen

  1. Café Luitpold, offizielle Website
  2. Café Ignaz, offizielle Website
  3. Mit Vergnügen München, 11 schöne Cafés in der Maxvorstadt
  4. Café an der Uni (CADU), Gastroguide München
  5. Technische Universität München, Gastronomie im Vorhoelzer Forum (TUM-intern)
Tonio Stübing

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