Die schönsten Seen rund um München

  • Rund um München liegen mehrere große Seen in unter einer Stunde Entfernung: der Starnberger See (rund 56 km², S6) und der Ammersee (rund 47 km², S8) im Fünfseenland, dazu Tegernsee, Walchensee und der Chiemsee.
  • Der Chiemsee ist mit rund 80 km² der größte See Bayerns, der Walchensee mit fast 190 Metern der tiefste; der Starnberger See ist der fünftgrößte See Deutschlands.
  • Zum Baden eignen sich vor allem Ammersee, Wörthsee und Schliersee; Walchensee und Eibsee sind die spektakulären Alpenseen.

Kaum eine Großstadt liegt so nah an so vielen Seen wie München. In unter einer Stunde erreicht man das mondäne Ufer des Starnberger Sees, den weiten Ammersee oder die türkisen Alpenseen im Süden. Dieser Überblick stellt die schönsten Seen vor, mit Entfernung, Charakter und Anbindung, damit der nächste Sommerausflug schnell geplant ist.

Das Fünfseenland: Starnberger See und Ammersee

Die nächsten großen Seen liegen südwestlich der Stadt, im Fünfseenland. Allen voran der Starnberger See, mit rund 56 Quadratkilometern der fünftgrößte See Deutschlands und der volumenreichste Bayerns. Nur etwa 25 Kilometer von der Stadt entfernt und mit der S-Bahn S6 in gut einer halben Stunde erreichbar, ist er der mondänste der Münchner Seen: Villen säumen das Ufer, in Possenhofen verbrachte Kaiserin Elisabeth ihre Jugend, und im See fand 1886 König Ludwig II. den Tod. Mit 127 Metern Tiefe ist er zugleich ein ernstzunehmendes Gewässer für Segler und Taucher. Orte wie Starnberg, Tutzing und Berg reihen sich am Ufer, dazwischen Parks, Stege und Bootshäuser, viele davon in Privatbesitz.

Etwas weiter westlich liegt der Ammersee, mit knapp 47 Quadratkilometern der drittgrößte See Bayerns, über die S8 bis Herrsching angebunden. Er wirkt naturbelassener als der Starnberger See, gilt als Wassersportzentrum mit verlässlichen Winden für Segler und Surfer und wärmt sich im Sommer auf angenehme Badetemperaturen. Über dem Westufer thront das Kloster Andechs mit seiner berühmten Brauerei. Dazu kommen die kleineren Seen der Region, Wörthsee, Pilsensee und Weßlinger See, die zusammen das Fünfseenland bilden. Beide großen Seen sind durch geschmolzene Gletscher entstanden und gelten als erdgeschichtliche Zwillinge; entsprechend tief und klar ist ihr Wasser. Am Starnberger See lohnt ein Abstecher zur Roseninsel, am Ammersee das Töpferdorf Dießen und der Aufstieg zum Kloster Andechs.

Die Alpenseen: Tegernsee, Schliersee, Walchensee

Wer es alpiner mag, fährt nach Süden. Der Tegernsee, rund 50 Kilometer entfernt und mit der Bayerischen Oberlandbahn gut erreichbar, ist der mondänste der Bergseen: Orte wie Rottach-Egern und Bad Wiessee, gepflegte Promenaden, eine lange Tradition als Sommerfrische des Münchner Geldadels. Der benachbarte Schliersee ist kleiner, ruhiger und familiärer, ein klassischer Badesee mit Bergkulisse.

Spektakulärer noch ist der Walchensee, gut 75 Kilometer südlich auf über 800 Metern Höhe gelegen. Mit fast 190 Metern ist er der tiefste See Bayerns, sein Wasser leuchtet an klaren Tagen türkis, und ringsum steigen die Berge auf. Zum Baden ist er mit Durchschnittstemperaturen um 16 Grad eher etwas für Hartgesottene, als Ausflugs- und Naturziel aber kaum zu übertreffen. Gleich nebenan liegt der flachere, wärmere Kochelsee. Über dem Walchensee thront der Herzogstand, ein klassischer Aussichtsberg mit Blick über beide Seen; und das Walchenseekraftwerk gehört zu den größten Hochdruck-Speicherkraftwerken Deutschlands. Am Tegernsee wiederum ist das Bräustüberl eine Institution für sich, ein Wirtshaus mit eigenem Bier und Seeblick.

Der Chiemsee: das bayerische Meer

Der größte aller bayerischen Seen liegt im Südosten: der Chiemsee, das Bayerische Meer, mit rund 80 Quadratkilometern. Etwa 80 Kilometer von München entfernt und mit dem Zug bis Prien erreichbar, bietet er Weite wie kein anderer. Sein Wahrzeichen ist die Herreninsel mit dem Schloss Herrenchiemsee, dem unvollendeten Versailles-Nachbau Ludwigs II.; die kleinere Fraueninsel mit ihrem Kloster ist ein Idyll für sich. Segeln, Baden, eine Rundfahrt mit der Chiemsee-Schifffahrt: Der Chiemsee ist ein Ausflugsziel für einen ganzen Tag. Vom Bahnhof Prien bringt eine historische Dampf-Lokalbahn die Gäste zum Anleger, von dort übernehmen die Schiffe. Auf der Herreninsel erinnert zudem ein Museum an König Ludwig II., der das Schloss einst erbauen ließ.

Mehr als ein Badetag

Die Seen sind weit mehr als Badestellen. Auf dem Ammersee und dem Starnberger See verkehren Dampfer und Ausflugsschiffe, die zu Rundfahrten und zu den Orten am Ufer bringen. Segler und Surfer schätzen vor allem den windreichen Ammersee, Stand-up-Paddler inzwischen fast jeden See. Rund um die meisten Seen führen gut ausgebaute Rad- und Uferwege; der Ammersee-Radweg etwa umrundet den ganzen See. Im Winter verwandeln sich manche Ufer in Loipen, und bei sicherer Eisdecke wird der eine oder andere See zur Schlittschuhfläche.

Dazu kommt die Kultur am Wasser. Am Starnberger See lockt die Roseninsel, am Ammersee Dießen und Andechs, am Chiemsee die Schlossinsel Herrenchiemsee und die klösterliche Fraueninsel. Und fast überall gehört der Biergarten am Ufer dazu, vom Bräustüberl am Tegernsee bis zu den Seerestaurants im Fünfseenland. So wird aus dem Seeausflug schnell ein ganzer Tag.

Der beste Zeitpunkt

Die Badesaison beginnt an den Voralpenseen meist im Juni, wenn sich das Wasser nach den ersten warmen Wochen auf angenehme Temperaturen erwärmt hat, und reicht bis in den September. Die hochgelegenen Alpenseen brauchen länger und bleiben kühler. Wer früh im Jahr ans Wasser will, fährt deshalb eher an den flachen Ammersee als an den tiefen Walchensee.

Ein Tipp zur Planung: An heißen Wochenenden sind die bekanntesten Seen und ihre Bahnen voll. Unter der Woche oder am frühen Morgen hat man das Ufer oft fast für sich, und die kleineren Seen der Region sind ohnehin meist ruhiger als die großen Namen. Ein Sonnenuntergang über dem Wasser entschädigt am Ende fast immer für den Weg. Wer flexibel ist, plant den Seetag deshalb nach dem Wetter, nicht nach dem Kalender.

Welcher See für welchen Tag

Welcher See der richtige ist, hängt vom Tag ab. Zum Baden eignen sich die wärmeren Seen am besten, allen voran der Ammersee mit Wassertemperaturen um 22 Grad im Hochsommer, dazu Schliersee und Wörthsee. Für den großen Auftritt sorgen der Starnberger See und der Tegernsee mit ihren mondänen Ufern. Wer Natur und Aussicht sucht, fährt zum Walchensee oder zum türkisen Eibsee am Fuß der Zugspitze. Und für die Verbindung aus Kultur und Wasser bieten sich der Chiemsee mit der Herreninsel oder der Ammersee mit dem Kloster Andechs an. Für den kurzen Sprung ins Wasser nach Feierabend sind die Seen im Fünfseenland am nächsten.

Ein Hinweis zur Wassertemperatur: Die hochgelegenen Alpenseen bleiben auch im Sommer kühl. Der Walchensee etwa liegt im Schnitt bei rund 16 Grad, während Ammersee und Starnberger See deutlich wärmer werden. Wer mit Kindern an den See will, wählt deshalb eher die flacheren Voralpenseen als die tiefen Bergseen. Und wer es ruhig mag, meidet die bekanntesten Badestellen an heißen Wochenenden und weicht auf die kleineren Seen der Region aus.

Häufig gestellte Fragen

Welcher See ist von München am schnellsten erreichbar?

Der Starnberger See und der Ammersee. Den Starnberger See erreicht man mit der S-Bahn S6 in gut einer halben Stunde, den Ammersee mit der S8 bis Herrsching. Beide liegen rund 25 bis 40 Kilometer südwestlich der Stadt.

Welcher ist der größte und welcher der tiefste See?

Der größte See Bayerns ist der Chiemsee mit rund 80 Quadratkilometern. Der tiefste ist der Walchensee mit fast 190 Metern. Der Starnberger See ist mit rund 56 Quadratkilometern der fünftgrößte See Deutschlands und der volumenreichste Bayerns. Der Ammersee folgt als drittgrößter See Bayerns.

Welcher See eignet sich am besten zum Baden?

Die wärmeren Voralpenseen: Ammersee, Wörthsee und Schliersee erreichen im Hochsommer angenehme Temperaturen. Der Walchensee ist landschaftlich grandios, mit rund 16 Grad im Schnitt aber kühl.

Wie kommt man ohne Auto an die Seen?

Über die S-Bahn (S6 zum Starnberger See, S8 zum Ammersee), die Bayerische Oberlandbahn (Tegernsee, Schliersee) und den Regionalzug nach Prien am Chiemsee. Vor Ort bringen Schifffahrt, Busse und Leihräder zu den Badeplätzen. Mit einer Tageskarte des Verkehrsverbunds lässt sich der Ausflug oft günstig und für die ganze Familie planen.

Der See vor der Stadt

Diese Nähe zum Wasser gehört zu den großen Vorzügen Münchens. Während andere Großstädte ihre Naherholung mühsam suchen, hat München ein halbes Dutzend Seen praktisch vor der Tür, dazu die Berge dahinter. An einem freien Samstag im Sommer ist man in einer Stunde am Ufer und am Abend wieder zu Hause. Diese Verbindung aus Großstadt und Voralpenland ist im deutschsprachigen Raum nahezu einmalig. Genau diese Mischung aus urbaner Dichte und schneller Natur macht den Standort München so besonders, und so beständig begehrt.

Für Bewohner der zentralen Lagen ist das besonders bequem, weil die S-Bahn-Stammstrecke und die großen Bahnhöfe in Reichweite liegen. Von den MAX HÖFE in der Maxvorstadt ist der Hauptbahnhof nur Minuten entfernt, und auch der Johannisplatz in Haidhausen liegt nah an der Stammstrecke Richtung Süden. Wer hier wohnt, hat im Sommer die Wahl: Stadt am Vormittag, See am Nachmittag.

Quellen

  1. Phototravellers, Größte Seen in Bayern (Chiemsee, Starnberger See, Ammersee)
  2. FreizeitMonster, Die 10 größten Seen in Bayern
  3. Walchensee (Wikipedia): Fläche und Tiefe
  4. Statista, Die tiefsten Seen Deutschlands
  5. TUI Reiseblog, Die beliebtesten Seen in Bayern (Flächen, Höhen, Wassertemperaturen)
Irmela Schwab

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