Sterne-Restaurants in München: der aktuelle Überblick

  • München führt im Guide Michelin (Stand 2025) zwei Drei-Sterne-Restaurants: JAN von Jan Hartwig (Luisenstraße 27) und neu das Tohru in der Schreiberei von Tohru Nakamura (Burgstraße 5).
  • Vier Häuser tragen zwei Sterne: Alois im Dallmayr, das Atelier im Bayerischen Hof, das KOMU und das Tantris. Insgesamt zählt die Stadt rund 15 Sternerestaurants mit 23 Sternen.
  • Die Auszeichnungen werden jährlich neu vergeben; zuletzt verloren das Acquarello und das Mural ihren Stern, das EssZimmer schied nach dem Rückzug von Bobby Bräuer aus.

München gehört zu den dichtesten Sternehimmeln Deutschlands. Im aktuellen Guide Michelin führen zwei Häuser drei Sterne, vier weitere zwei, dazu kommt eine Reihe von Ein-Stern-Adressen. Dieser Überblick ordnet die Szene nach Sternen, Köchen und Lagen, und zeigt, was sich zuletzt verändert hat.

Wofür die Sterne stehen

Der Guide Michelin vergibt seine Sterne nach einem einfachen, aber strengen Prinzip: Ein Stern steht für eine Küche voller Finesse, einen Stopp wert. Zwei Sterne bedeuten eine Spitzenküche, einen Umweg wert. Und drei Sterne versprechen eine einzigartige Küche, eine eigene Reise wert. In Deutschland wird die Auswahl jedes Jahr neu verliehen, zuletzt im Juni 2025.

Für München fällt die Bilanz glänzend aus. Die Stadt führt im aktuellen Guide rund fünfzehn Sternerestaurants mit zusammen 23 Sternen, darunter erstmals zwei Häuser auf der höchsten Stufe. Damit zählt München zu den dichtesten Sternehimmeln des Landes und spielt in einer Liga mit Berlin und Hamburg, vor den meisten anderen deutschen Städten. Bundesweit führt der Guide 2025 zwölf Drei-Sterne-Restaurants und mit über 340 Sternehäusern einen historischen Rekord; dass gleich zwei der zwölf Spitzenhäuser in München stehen, unterstreicht das Gewicht der Stadt.

Zwei Häuser mit drei Sternen

An der Spitze stehen zwei sehr unterschiedliche Köche. Das JAN von Jan Hartwig in der Luisenstraße 27, im Museumsquartier der Maxvorstadt nahe dem Königsplatz, trägt seit 2023 drei Sterne. Hartwig hatte zuvor von 2017 bis 2021 das Atelier im Hotel Bayerischer Hof auf Drei-Sterne-Niveau geführt und gilt seither als einer der besten Köche Deutschlands. Seine Küche verbindet moderne Klassik, Präzision und Regionalität. Im Gault&Millau trägt das JAN zudem fünf rote Hauben und zählt damit zu den fünf besten Restaurants Deutschlands.

Neu in dieser Liga ist seit 2025 das Tohru in der Schreiberei von Tohru Nakamura an der Burgstraße 5 in der Altstadt, untergebracht hinter der Fassade der ehemaligen Stadtschreiberei, einem der ältesten Bürgerhäuser Münchens. Nakamura, gebürtiger Münchner, verbindet japanische Produktküche mit französischer Technik. Mit dem Aufstieg auf drei Sterne gehört sein Haus zu den wenigen weltweit auf dieser Stufe, und München erstmals zu den Städten mit zwei Drei-Sterne-Restaurants. Die Lage im historischen Kern, hinter Jahrhunderte alten Mauern, gibt dem Erlebnis einen Rahmen, den kaum ein zweites Spitzenrestaurant der Stadt bieten kann.

Vier Häuser mit zwei Sternen

Eine Stufe darunter führen vier Restaurants zwei Sterne. Im Feinkosthaus Dallmayr an der Dienerstraße 14 kocht Rosina Ostler das Alois – Dallmayr Fine Dining; sie holte die zwei Sterne zurück und ist damit Münchens einzige Zwei-Sterne-Köchin, vom Guide als Neuentdeckung des Jahres geehrt. Das Haus Dallmayr steht seit dem 19. Jahrhundert für Delikatessen; das Alois führt diese Tradition im ersten Stock auf Sterne-Niveau fort. Im Atelier im Hotel Bayerischer Hof am Promenadeplatz 2 hält das Haus seine zwei Sterne über einen Küchenwechsel hinweg, der für 2026 ansteht.

Dazu kommen zwei weitere Adressen. Das KOMU von Christoph Kunz an der Hackenstraße 4 in der Altstadt erkochte aus dem Stand zwei Sterne. Und das legendäre Tantris an der Johann-Fichte-Straße 7 in Schwabing, 1971 eröffnet und über Jahrzehnte eine Schule der deutschen Spitzengastronomie, ist nach seinem Relaunch unter Benjamin Chmura mit zwei Sternen zurück. Neben dem Haupthaus betreibt das Tantris mit dem Tantris DNA ein zweites, casual ausgerichtetes Restaurant am selben Ort.

Warum München so dicht besternt ist

Dass eine einzige Stadt zwei Drei-Sterne-Häuser und ein knappes Dutzend weiterer Sternerestaurants trägt, hat Gründe, die über die Küche hinausreichen. München ist eine wohlhabende, international geprägte Stadt mit einem zahlungskräftigen Publikum, vielen Unternehmenssitzen und einem stetigen Strom internationaler Gäste. Spitzengastronomie braucht genau dieses Umfeld, weil sie auf eine verlässliche, anspruchsvolle Nachfrage angewiesen ist.

Hinzu kommt ein dichtes Netz aus Erzeugern und Lieferanten im Umland, vom Alpenvorland über die Seen bis zu den Gärtnereien im Münchner Norden, das den Küchen erstklassige Produkte vor die Tür bringt. Und schließlich wirkt eine lange Tradition nach: Häuser wie das Tantris haben über Jahrzehnte Köche ausgebildet, die heute eigene Sterne tragen. So erneuert sich die Szene aus sich selbst heraus, statt von außen importiert zu werden.

Für die Stadt ist diese Dichte zugleich ein Standortmerkmal. Internationale Fach- und Führungskräfte, die nach München kommen oder hier leben, erwarten ein kulinarisches Angebot auf Weltniveau, und sie finden es. Was für Besucher ein Reiseziel ist, ist für die Bewohner der zentralen Viertel schlicht das Angebot vor der Haustür. Damit wird die Sterneküche zu einem Teil der Lebensqualität, der sich nicht in Quadratmetern, aber im Alltag bemerkbar macht.

Die Ein-Stern-Adressen

Unterhalb der großen Namen führt München rund neun Häuser mit einem Stern, verteilt über die ganze Stadt. Dazu zählen das Les Deux in der Altstadt, das Sparkling Bistro in der Maxvorstadt, das Showroom, das Gabelspiel in Untergiesing und das Schwarzreiter im Hotel Vier Jahreszeiten an der Maximilianstraße. Neu im Guide 2025 ist das 1804 Hirschau am Englischen Garten, ein Wirtshaus, das zuvor schon einen Grünen Stern für nachhaltige Küche trug.

Diese Aufzählung ist eine Auswahl; den vollständigen, tagesaktuellen Stand führt allein der Guide Michelin. Gerade in dieser Kategorie ist die Bewegung am größten, weil hier neue Häuser einsteigen und etablierte sich verändern. Wer einen bestimmten Abend plant, prüft den Eintrag deshalb am besten direkt vor der Reservierung. Schon diese Auswahl zeigt die Bandbreite der Münchner Sterneküche, von der französisch geprägten Klassik über die produktbetonte Moderne bis zum besternten Wirtshaus.

Eine Szene in Bewegung

Wie lebendig die Szene ist, zeigt der jüngste Jahrgang. Der Aufstieg von Tohru Nakamura auf drei Sterne war die Sensation des Jahres 2025. Zugleich gab es Verluste: Das Acquarello in Bogenhausen und das Mural gaben ihren Stern ab, und das EssZimmer in der BMW Welt schied aus, nachdem Bobby Bräuer nach über vierzig Jahren in der Spitzenküche seine Arbeit dort beendet hatte.

Solche Wechsel gehören zum System. Die Sterne werden jedes Jahr neu vergeben, ein Haus kann auf- oder absteigen, ein Koch wechseln, ein Restaurant schließen oder neu eröffnen. Wer in München auf Sternejagd geht, prüft deshalb am besten den aktuellen Eintrag, bevor er reserviert. Beständig ist nicht die einzelne Auszeichnung, sondern die Dichte: München bleibt über die Jahre eine der ersten Adressen der deutschen Spitzenküche. Neben den klassischen Sternen vergibt der Guide seit einigen Jahren auch Grüne Sterne für nachhaltige Küche, bundesweit rund achtzig; in München gehört etwa das 1804 Hirschau dazu.

Häufig gestellte Fragen

Wie viele Sterne-Restaurants hat München?

Im aktuellen Guide Michelin (Stand 2025) sind es rund fünfzehn Häuser mit zusammen 23 Sternen, darunter zwei mit drei und vier mit zwei Sternen. Damit liegt München bundesweit in der Spitzengruppe.

Welche Restaurants haben drei Sterne?

Das JAN von Jan Hartwig in der Maxvorstadt und das Tohru in der Schreiberei von Tohru Nakamura in der Altstadt. Tohru stieg 2025 neu in diese Liga auf, sodass München erstmals zwei Drei-Sterne-Häuser zählt.

Wo liegen die meisten Sterne-Restaurants?

Die Schwerpunkte sind die Altstadt und die Maxvorstadt, dazu Schwabing mit dem Tantris und der Englische Garten mit dem 1804 Hirschau. Die meisten Häuser liegen damit zentral und gut erreichbar. Aus den zentralen Wohnlagen heraus ist die Spitzengastronomie oft fußläufig oder mit wenigen Minuten Fahrt zu erreichen.

Ändert sich die Liste der Sterne?

Ja, jährlich. Der hier beschriebene Stand stammt aus dem Guide Michelin 2025. Mit jedem neuen Jahrgang kommen Auf- und Absteiger hinzu, zuletzt etwa der Verlust der Sterne von Acquarello und Mural.

Spitzenküche in Gehweite

Für Bewohner der zentralen Lagen ist diese Dichte mehr als eine Liste. Die meisten Sterne-Restaurants liegen in der Altstadt, der Maxvorstadt und am Übergang nach Schwabing und Haidhausen, also dort, wo auch das Leben spielt. Wer hier wohnt, hat die beste Küche des Landes nicht als Ausflugsziel, sondern als Nachbarschaft. Diese Nähe gehört zu dem, was eine zentrale Lage über Grundriss und Ausstattung hinaus auszeichnet.

Unsere Projekte liegen mitten in diesem Umfeld, etwa die MAX HÖFE in der Maxvorstadt, wenige Minuten von JAN und Sparkling Bistro, oder der Johannisplatz in Haidhausen, von dem aus die Altstadt mit ihren Zwei- und Drei-Sterne-Häusern rasch erreichbar ist. Wer Spitzenküche schätzt, muss sie hier nicht zum Ereignis machen, sie gehört zur Nachbarschaft. Ein Tisch in einem der besten Häuser Deutschlands ist dann nur noch eine Frage der Reservierung.

Quellen

  1. München Tourismus, Münchner Sternerestaurants im Überblick
  2. Guide Michelin, Tohru in der Schreiberei: drei Michelin-Sterne
  3. Guide Michelin, JAN: drei Michelin-Sterne für Jan Hartwig
  4. t-online München, Guide Michelin 2025: Münchens neue Sterne-Restaurants
  5. Isarblog, Guide Michelin 2025: Sterne-Restaurants München (Adressen und Köche)
  6. Abendzeitung München, Drei Michelin-Sterne für Tohru Nakamura, Zwei-Sterne-Häuser bestätigt
Alexander Prechtl

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